🚯 no racism, sexism, queerphobia or any other hate of any kind
🩠 highly appreciated to get tested before // 2G
đŸ“· no photos, no videos inside the venue
đŸ§šâ€â™‚ïž if you feel unsafe or unwell at any time, please don’t hesitate to reach out to the club staff
💖 if you’d like to come but you're short on money, just tell us
⭐wheelchair accessible venue


FÜR den Erhalt städtischen Eigentums und die Gestaltungsmöglichkeiten unserer Stadt jetzt und in der Zukunft

RZukunft: Das Fest: 6 // 50 Jahre Rechenzentrum geht fröhlich weiter - aber nicht ungetrĂŒbt. Die Zukunft des RZ ist ungewiss. Die entscheidenden Entscheidungen fĂŒr den Erhalt oder Nichterhalt werden in den nĂ€chsten Monaten gefĂ€llt. Daher rufen der Sprecher:innenRat, der FÜR e.V. und die Kulturlobby Potsdam zur Demo FÜR EIN POTSDAM MIT RECHENZENTRUM auf. Am Mittwoch, 15.9. um 17 Uhr, Start vorm RZ.

Warum braucht Potsdam das Rechenzentrum?:
Das Rechenzentrum ist das letzte kommunale GrundstĂŒck in der Stadtmitte, genutzt von einer kleinteiligen und diversen Kultur-, Kunst- und soziokreativen Szene. Das Rechenzentrum als stĂ€dtischer Ort ermöglicht Mitgestaltung und langfristige demokratische Teilhabe zu bezahlbaren Preisen.
Kommt am Mittwoch, 15.9. um 17 Uhr vorbei und setzt ein Zeichen
GEGEN weitere VerdrĂ€ngung, Preissteigerungen und Privatisierung – FÜR RĂ€ume der Selbstbestimmung, DiversitĂ€t, des Experiments, der Aneignung, der Jugend! FÜR den Erhalt stĂ€dtischen Eigentums und die Gestaltungsmöglichkeiten unserer Stadt jetzt und in der Zukunft.
Du hast Fragen, willst an der Demo mitwirken, den Aufruf unterstĂŒtzend unterzeichnen?
Dann schreib an rz4ever@rz-potsdam.de

Mehr auf https://rz-potsdam.de/cms/demorz4ever/

Spartacus ruft zur Tanzdemo auf: Club.Kultur.Leben

Endlich wieder tanzen - 19.06. um 14 Uhr ab Lustgarten
Spartacus ruft zur Tanzdemo auf: Club.Kultur.Leben

Wir – der Spartacus Potsdam - laden zu dieser Demonstration ein um auf die nach wie vor missliche Lage von Clubs und anderen kulturellen Orten aufmerksam zu machen sowie Forderungen an Politik und Verwaltung zu formulieren, durch transparente, konkrete und umsichtige Regelungen eine zĂŒgige Wiedereröffnungen von Dancefloors, Musik- und TheaterbĂŒhnen zu ermöglichen.

In Potsdam & bundesweit

Mit diesem Anliegen werden am Samstag, d. 19.06. Menschen bundesweit unter dem Motto „Kulturnot – wie kulturrelevant ist das System?" auf die Straße gehen, u.a. in Leipzig, MĂŒnchen, Erfurt, Hamburg, Frankfurt Main und Mannheim. Und der Spartacus Potsdam lĂ€dt alle, denen eine reflektierte Partykultur am Herzen liegt und die sich nach unbeschwertem Kulturgenuss sehnen, ein sich an Demo zu beteiligen.

Wann, Wo und Wie

Los geht‘s am Samstag, d. 19.06. um 14 Uhr am Lustgarten. Kommt mit Maske, achtet auf AbstĂ€nde und bringt genĂŒgend zu trinken mit. Es soll heiß werden.


In den letzten 10 Jahren war es nie so ruhig um den Spartacus Club und das freiLand Potsdam wie in den vergangenen 15 Monaten. Die Pandemie kappte von einem auf den anderen Tag Kunst, Kultur, Lebenslust und Leichtigkeit. Wir alle vermissen laute BĂ€sse auf dem Dancefloor, wir vermissen Konzert- und Theatererlebnisse, wir vermissen das ungezwungene menschliche Beisammensein in unseren Soziokulturzentren und DIY-LĂ€den.

Fallende Inzidenzen fĂŒhren zu vorsichtigen Öffnungen. Das ist gut. Ein Lichtblick am Ende des Tunnels. Doch bis Orte wie der Spartacus wieder Indoor Konzerte und Partys veranstalten können, wird es noch eine ganze Weile dauern. Das liegt zum einen an der andauernden Pandemie, zum anderen aber auch an einer verfehlten Politik, die es weder schafft, die Impfstrategie zĂŒgig und zuverlĂ€ssig umzusetzen, noch konkrete und verbindliche Perspektiven fĂŒr den Kulturbereich zu formulieren.

Viele Clubs und Kulturorte haben das letzte Jahr nur durch die Hilfe und Spenden von vielen Freund:innen und Besucher:innen ĂŒberstanden. Der Spartacus Potsdam gehört dazu und wir möchten noch einmal richtig laut Dankeschön sagen fĂŒr so viel SolidaritĂ€t in schwierigen Zeiten. Ihr habt dazu beigetragen, dass der Spartacus weiter auf der Potsdamer Stadtkarte zu finden ist.

Mit der Demonstration werden wir auch anderen Akteur*innen von Kunst und Kultur aus Potsdam und Brandenburg den Raum geben, ihre Situation zu schildern, auf Probleme und MissstÀnde hinzuweisen und ihre eigenen Forderungen zu formulieren.
Unser gemeinsames Ziel ist es mit angemessener Vorsicht und Hygienekonzepten möglichst bald wieder in ein schillerndes Kulturpotpourrie eintauchen zu können.

Daher fordern wir:

  • ein Recht auf Kultur im Grundgesetz
  • eine breitere Förderung zum Erhalt aller Kulturorte
  • mehr Gehör fĂŒr die Interessenvertretungen der freien Szene
  • den Erhalt bestehender Kulturorte
  • die UnterstĂŒtzung bei der Wiedereröffnung von Kulturorten sowie bei der DurchfĂŒhrung von Open-Air-Veranstaltungen, z.B. durch BĂŒrokratieabbau, einen transparenten Umgang mit Hygienekonzepten, durch UnterstĂŒtzung von Politik und Verwaltung fĂŒr Outdoor-Events
  • die Schaffung von mehr dauerhaften VeranstaltungsflĂ€chen im Freien
  • eine offene Kommunikation und VerantwortungsĂŒbernahme durch Land und Kommunen

Die Forderungen ausformuliert

Recht auf Kultur ins Grundgesetz

Wir fordern ein Recht auf unbeschrÀnkte Teilhabe am kulturellen Leben sowie langfristige und stabile Sicherungsinstrumente. Kunst und Kultur können nur frei sein und ihren gesellschaftlichen Stellenwert einnehmen, wenn die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen gegeben sind und ihnen die notwendige Achtung und Akzeptanz auf allen politischen Ebenen entgegengebracht werden. Die grundrechtlich verankerte Kunstfreiheit verkommt zur Phrase, wenn ihre materiellen Bedingungen ausgeblendet werden.

Eine breitere Förderung zum Erhalt aller Kulturorte

Die subkulturelle und freie Szene ist ein wichtiger Teil des Stadtlebens. Sie schafft ZugehörigkeitsgefĂŒhl, Experimentier- und SchutzrĂ€ume, abseits von institutionell geförderten Einrichtungen. In der Pandemie zeigten sich erstere von mangelnder struktureller Absicherung bedroht. Um auf lange Sicht die kulturelle Vielfalt zu erhalten, braucht es eine breitere, generationengerechte Kulturförderung, die sich auch an den BedĂŒrfnissen einer jĂŒngeren freien Szene und deren Publikum orientiert. Kein Kulturort soll aufgrund der Pandemie endgĂŒltig schließen mĂŒssen!

Mehr Gehör fĂŒr die Interessenvertretungen der freien Szene

Die bisherigen Erfahrungen zeigen oftmals, dass die Politik der freien Szene weniger Aufmerksamkeit schenkt, sprich sie benachteiligt. Deshalb mĂŒssen Vernetzungsprojekte und Interessenvertretungen von alternativen und subkulturellen Kunst- und Kulturorten sowie der freien Szene gefördert werden.
In Potsdam gibt es gute AnsĂ€tze mit dem Rat fĂŒr Kunst und Kultur bzw. dem in der Pandemie entstandenen Netzwerk #KulturMachtPotsdam, allerdings ohne strukturelle Absicherung. Auf Landesebene hat sich Impuls - Der Verband fĂŒr Soziokultur, Popularmusik und Festivals u.a. durch die Förderung von BeschĂ€ftigten zu einer gut hörbaren Stimme von Soziokulturzentren und Festivalveranstaltenden entwickelt.
Solche Vernetzungen und Interessenvertretungen sollten ĂŒberall etabliert und strukturell, z.B. durch feste RĂ€ume und Personal, abgesichert werden.

UnterstĂŒtzung bei der Wiedereröffnung von Kulturorten sowie bei der DurchfĂŒhrung von Open-Air-Veranstaltungen durch BĂŒrokratieabbau und einen transparenten Umgang mit Hygienekonzepten

Mit den umsichtigen Öffnungen im Kulturbereich eröffenen sich fĂŒr uns Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen, denen wir uns verantwortungsbewusst stellen wollen. Wir erwarten dabei, dass Politik und Verwaltung die Kulturszene dabei unterstĂŒtzen und nicht zusĂ€tzliche Fallstricke spannen. Unserer Ansicht nach fehlt es in der Verwaltung oft an VerstĂ€ndnis fĂŒr freie und kleine KulturtrĂ€ger:innen, was in den vergangenen Monaten schon zu kafkaesken Verbotsszenarien gefĂŒhrt hat.
Um dem entgegenzuwirken, mĂŒssen vereinfachte, möglichst unbĂŒrokratische Genehmigungsverfahren geschaffen werden, um wĂ€hrend und auch nach Corona die HĂŒrden fĂŒr Kultur und Veranstaltungen im Freien abzubauen. Das wĂŒrde der MĂŒhe und dem Verantwortungsbewusstsein, welche sich beispielsweise in den Hygienekonzepten der Kulturorte und Veranstaltenden widerspiegeln, die vielerorts viel strenger sind, als beispielsweise die Regelungen fĂŒr EinkĂ€ufe, Schulen oder Außengastronomie, nur angemessen Rechnung tragen.
Zudem vermissen wir einen transparenten und fairen Umgang mit Hygienekonzepten. Wir brauchen klare, konkrete Ansagen bezĂŒglich der geforderten Hygienemaßnahmen seitens der Verwaltung bzw. eine zuverlĂ€ssige Beratung, auch denkbar durch die Bereitstellung von Best-Practise-Konzepten.
UnzĂ€hlige Hygienekonzepte wurden im letzten und in diesem Jahr, wenn ĂŒberhaupt, nur oberflĂ€chlich geprĂŒft und hĂ€ufig ohne BegrĂŒndung abgelehnt, wodurch Öffnungen trotz niedriger Inzidenzzahlen verhindert wurden. Wir wollen, dass Hygienekonzepte aufmerksam gelesen und gleichberechtigt beschieden werden.

UnterstĂŒtzung von Politik und Verwaltung fĂŒr Outdoor-Events

Vor dem Hintergrund einer Pandemiesituation ist die Verlegung von Kunst und Kultur an die frische Luft die risikoĂ€rmste Variante ein Grundrecht auf Kultur zu ermöglichen. Jedoch scheitern wir dabei oft an lĂ€rmempfindlichen Anwohner*innen oder einer verstĂ€ndnisarmen Verwaltung. Wir werden uns langfristig darauf einstellen mĂŒssen, dass mehr kulturelles Leben draußen stattfindet. Darum sind realistische Vorgaben bezĂŒglich Kultur-Schallemissionen und die Erhöhung der Anzahl von möglichen Ausnahmegenehmigungstagen wichtige Schritte zum Erhalt der Kunst- und Kulturszene auch nach der Pandemie. Clubs und MusikspielstĂ€tten sind nicht erst seit Corona durch die Höhe des finanziellen Aufwands fĂŒr Schallschutzmaßnahmen oft existentiell bedroht.

Neben der Verlegung nach draußen werden auch Antigen Schnelltests uns im alltĂ€glichen Kulturbetrieb begleiten. Sichere Veranstaltungen bedingen negativ getestete, geimpfte oder genesene Besucher:innen. Es benötigt daher UnterstĂŒtzung fĂŒr die Kulturszene bei der Erstellung, Finanzierung und Realisierung von Teststrategien. So könnte bspw. die Ausbildung von In-House-Tester:innen gefördert werden oder eine Kultur-Teststation eingerichtet werden, die im Gegensatz zu den ĂŒblichen Stationen auch in den Abendstunden besetzt ist.

Die Schaffung von mehr dauerhaften VeranstaltungsflÀchen im Freien

Um Kultur im zweiten Coronasommer und darĂŒber hinaus wieder in grĂ¶ĂŸerem Umfang zu ermöglichen, mĂŒssen von den Kommunen FlĂ€chen zur kulturellen Nutzung bereitgestellt werden. Die vorhandene Expertise von Akteur:innen der Kunst und Kultur muss bei der lokalpolitischen Entscheidungsfindung berĂŒcksichtigt werden. In Potsdam wurde mit der InselbĂŒhne eine weitere LokalitĂ€t neben dem Bassinplatz geschaffen, allerdings wird die Verantwortung dafĂŒr auf bĂŒrgerschaftliches Engagement abgewĂ€lzt.

Eine offene Kommunikation und VerantwortungsĂŒbernahme seitens der Stadt

Sinnvolle Perspektiven fĂŒr alle können nur gemeinsam auf den Weg gebracht werden, daher ist eine kontinuierliche und transparente Einbeziehung von Kulturschaffenden und deren Erfahrungen bei lokalpolitischen Entscheidungsprozessen unerlĂ€sslich.
Ein Vorschlag wÀre ein durch die Stadt und die freie Szene gemeinsam erarbeitetes Potsdamer Open-Air-Kulturkonzept, welches Orte, Emissionen, Förderung und alle Stadtteile zusammen denkt. Die Kultursommerförderung ist mit dem Fokus auf die freie Szene sowie den Wegfall von Eigenanteilen ein guter Anfang, aber es braucht eine Verstetigung.

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Spartacus Start Next Kampagne 09.03.21 - 17.04.21
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Angesichts des schleppenden und planlosen Krisenmanagements der Bundesregierung scheint eine baldige Öffnung von Clubs hier und anderswo in Deutschland noch bis nĂ€chstes Jahr auf sich warten zu lassen. Nach einem Jahr Schließung werden wir es (wie viele andere auch) aus eigener Kraft nicht aus der finanziellen Schieflage schaffen. Die Clublandschaft – und damit ein einzigartiger Kosmos aus kreativen, kulturellen und sozialen FreirĂ€umen – ist ernsthaft bedroht.

Stellungnahme des Spartacus e.V. zum Feiertagsgesetz - In die Schnürsenkel unserer Tanzschuhe kriegt niemensch ‘nen Knoten!

Stellungnahme des Spartacus e.V. zum Feiertagsgesetz - In die SchnĂŒrsenkel unserer Tanzschuhe kriegt niemensch ‘nen Knoten!

Das Brandenburger Feiertagsgesetz verbietet "öffentliche Tanzveranstaltungen und Veranstaltungen in RĂ€umen mit Schankbetrieb, [
] am Karfreitag von 0 Uhr bis Karsamstag 4 Uhr" (FtG § 6 Abs. 2). Als BegrĂŒndung dafĂŒr wird oft die Verletzung religiöser GefĂŒhle oder Störung religiöser Riten genannt. Dies ist zum einen fraglich, weil Brandenburgs Bevölkerung zu 80 Prozent nicht religiös ist, zum anderen weil VeranstaltungsstĂ€tten ohnehin klare Anforderungen, z.B. bezogen auf den LĂ€rmschutz, erfĂŒllen mĂŒssen, um andere Menschen und die Umwelt nicht zu beeinflussen oder zu schĂ€digen.
Sprich: Welche religiösen GefĂŒhle können bitte verletzt werden, wenn – wie im Fall des Spartacus – in einem schallisolierten GebĂ€ude ohne Fenster, das abseits der Straße liegt, Musik gespielt und dazu getanzt wird?

Tanzen ist eine Form der Lebensfreude und Selbstentfaltung, Musik birgt Freiheit. Und Freiheit - sowohl die, gemeinsam zu feiern, als auch jene, sich zu religiösen Feiertagen zusammenzufinden - endet dort, wo sie die des GegenĂŒbers einschrĂ€nkt.
Dass wir im Jahr 2019 immer noch darĂŒber reden mĂŒssen, ob Leute tanzen dĂŒrfen oder nicht, zeigt erneut das Problem mangelnder Trennung von Kirche und Staat. Deutschland soll ein sĂ€kularer Staat sein und trotzdem werden in Brandenburg Strafen in Aussicht gestellt, wenn wir am Karfreitag tanzen möchten. Das Christentum diktiert in Gesetze gegossen die Regeln des Zusammenlebens. Das ist weder zeitgemĂ€ĂŸ noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig.

–> Wir fordern die Abschaffung von § 6 des Brandenburger Feiertagsgesetzes, denn Staat und Kirche gehören getrennt!

–> Wir fordern eine Änderung der Feiertage in Brandenburg und die Ablösung der religösen Feiertage!

–> Gern helfen wir mit VorschlĂ€gen fĂŒr die neun neuen Feiertage.

Da blinder Gehorsam und die Unterordnung unter sinnentleerte Gesetze noch nie zu etwas Gutem gefĂŒhrt haben, lĂ€dt das Spartacus zum atheistischen Tanz in gewohnt reflektierter Gesellschaft. Am Karfreitag fordert die Veranstaltung "I will dance" zur Auseinandersetzung mit den VerhĂ€ltnissen auf.

Ein Text vom Awarenessteam

Liebe GĂ€ste*,
in letzter Zeit sind wieder vermehrt VorfĂ€lle von sexualisierten Übergriffen auf Spartacuspartys vorgekommen. Obwohl wir versuchen einen diskriminierungsĂ€rmeren Raum zu schaffen, kann auch ein Club wie der Spartacus, in einer patriarchalen Gesellschaft wie unserer, kein vollkommen sicherer Ort sein. Nichtsdestotrotz tolerieren wir kein ĂŒbergriffiges und diskriminierendes Verhalten. Darunter fallen fĂŒr uns, unter anderem folgende Szenarien, die wir in unserer Arbeit immer wieder mitbekommen:

--> Ich werde ungewollt und ungefragt angetanzt.
--> Ich wurde ungewollt und ungefragt umarmt, gekĂŒsst, angefasst.
--> Ich werden ungewollt und ungefragt angequatscht.
--> Ich werde ungewollt und ungefragt auf ein GetrÀnk eingeladen.
--> Ich fĂŒhle mich unwohl und/oder meine Grenzen werden ĂŒberschritten.
--> Mein Nein wird nicht gehört.

Es sollte nicht normal sein diesen Situationen ausgesetzt zu sein - weder im Spartacus, noch an irgendeinem anderen Ort. Du verhĂ€ltst dich scheiße, wenn du Menschen in diese Situation bringst.

Solltest du im Spartacus etwas erleben, was deine Grenzen ĂŒberschreitet oder dir ein unangenehmes GefĂŒhl gibt, kannst du dich gern bei der Awarenesscrew und allen anderen arbeitenden Menschen melden. Wir werden versuchen dich bestmöglich zu unterstĂŒtzen.
Außerdem kannst du uns auch gern außerhalb der Partys per Mail kontaktieren.


Solidarische GrĂŒĂŸe euer Awarenessteam

Solidarität mit der Roten Hilfe

Wiedereinmal ist die Rote Hilfe als grĂ¶ĂŸte linke SolidaritĂ€tsorganisation in Deutschland von einem Verbot bedroht. Die einzige strömungsĂŒbergreifende Organisation der radikalen Linken hat in den vergangenen Jahren euch allen, allen linken Aktivist*Innen den RĂŒcken frei gehalten. Ob finanziell, wenn mal wieder die politische BetĂ€tigung die Existenz bedrohte, einen guten Rat wenn mal wieder ein gelber Brief im Briefkasten war, einen richtigen Flyer zur rechten Zeit, dass man besser die Klappe hĂ€lt oder die Kosten fĂŒr den Knastaufenthalt.

Was ist zu tun?

Jetzt heißt es zum ersten Mal: Wir fĂŒr euch und ihr fĂŒr uns. Denn SolidaritĂ€t hilft auch gegen diese Verbotsdrohungen - wir mĂŒssen nun zeigen mit welcher Verankerung sie es zu tun haben. Jetzt erst Recht!

- Wenn ihr kein Rote Hilfe Mitglied seid - tretet ein! So öffentlich wie es euch möglich ist.
- Wenn ihr journalistische Artikel, Blogs, RadiobeitrÀge schreibt - jetzt ist der Moment Haltung gegen Rechtsruck und Hetze zu beweisen.
- Werdet aktiv - macht Öffentlichkeit!
- Macht eure FreundInnen auf die Verbotsdrohung aufmerksam, diskutiert und agitiert - es geht mal um was.

United we Stand!


Neonaziaufmarsch in Potsdam? Die tanzen wir weg!

Neonaziaufmarsch in Potsdam? Die tanzen wir weg!

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, wird am 18.03.2018 eine Neonazikundgebung in Potsdam stattfinden. Wir finden, dass wir da noch ein Wörtchen mitzureden haben!

Der deutsche Geist ist zur Zeit prĂ€senter, als vor paar Jahren. Erst vor kurzem schafften es Neonazis in Cottbus mehere tausend Menschen auf die Straße zubringen, die rassistische AfD kommt in manchen Landstrichen auf 30% und im Bundesland Brandenburg auf ca 18%. Aber jammern und im Spartacus einsperren? Das bringt nichts und ist auch keine Option fĂŒr uns!

Kommt zu den angemeldeten Kundgebungen oder seid kreativ. Hauptsache ihr handelt. Lasst uns gemeinsam diesen Naziaufmarsch verhindern!

Imbiss vegetiv

Imbiss vegetiv

Mit einem nicen handgemachten Sandwich und einem heißen GetrĂ€nk, könnt ihr euch auch im Januar eine tasty Grundlage zum Feiern bei uns schaffen oder euch fĂŒr den kalten Heimweg die BĂ€uche wĂ€rmen. 
Und das bis zum April, vor wĂ€hrend oder nach allen Events im Spartacus, denn "Imbiss vegetiv" ĂŒberwintert im freiLand. Im purpurblauen Wagen gleich hinterm hauszwei.

Alle Jahre wieder... kommt das Proberaumsterben

Offener Brief des Musikkollektivs Brausehaus an die Stadt Potsdam

Offener Brief des Musikkollektivs Brausehaus an die Stadt Potsdam

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister, sehr geehrte Stadtverordnete,

wir haben eine Frage an Sie: Sind im Potsdamer Rathauskeller noch ein paar ProberĂ€ume fĂŒr lokale Bands und Musiker*innen frei? Fenster sind nicht nötig, erhöhte Raumfeuchtigkeit ist auch ok – wir sind Schlimmeres gewohnt. Es wĂ€re auf jeden Fall besser als das, was demnĂ€chst auf einige von uns zukommt: Der HĂ€lfte des Musikkollektivs Brausehaus wurde zum 31.12.2017 die ProberĂ€ume gekĂŒndigt – zusammen mit ĂŒber 20 weiteren Bands und Musikprojekten.

Das Brausehaus Potsdam ist ein soziokulturelles Kollektiv aus ĂŒber 50 Musiker*innen, Techniker*innen, Musiklehrer*innen und DJs, die seit fĂŒnf Jahren nicht nur in Potsdam sondern auch bundesweit auftreten, Konzerte, Open Airs und Partys organisieren und versuchen, die Kultur dieser Stadt abseits vom Kommerz zu bereichern. Dazu kommt der zum Teil unentgeltliche Musikunterricht fĂŒr Kinder und Jugendliche, der ebenfalls in unseren ProberĂ€umen stattfindet.

Im September haben die Mieter*innen des Probe- und Kreativraumkomplexes Ahornstraße 28-32 KĂŒndigungen zum 31.12.2017 erhalten, darunter die HĂ€lfte unseres Kollektivs. Die meisten davon haben keine Ausweichmöglichkeit, da ProberĂ€ume in Potsdam mittlerweile genauso schwer zu finden sind, wie bezahlbare Wohnungen. „Freundlicherweise" wurde einigen Mieter*innen der Ahornstraße vier Wochen vor dem Rausschmiss eine VertragsverlĂ€ngerung angeboten – mit einer Mietsteigerung von rund 80 Prozent, ohne konkrete BegrĂŒndung fĂŒr die Erhöhung.

Das ist nichts Neues in Potsdam: Ein Teil der Musiker*innen, die heute in der Ahornstraße proben, flogen bereits Mitte 2014 aus der ehemaligen Brauerei am Brauhausberg (dort befinden sich heute hochpreisige Eigentumswohnungen), ĂŒber hundert Kreative verloren damals ihre Heimat. Ein Teil der damaligen Mieter*innen fand spĂ€ter Zuflucht im Rechenzentrum, das in spĂ€testens fĂŒnf Jahren abgerissen werden soll, um dem Nachbau einer MilitĂ€rkirche zu weichen.

Ein Prozess, der inzwischen regelmĂ€ĂŸig in Potsdam zu beobachten ist: UnabhĂ€ngige Kreative werden von Provisorium zu Provisorium verschoben, in die Peripherie verdrĂ€ngt und mĂŒssen Platz machen fĂŒr fragwĂŒrdige Prestigeprojekte und Profitinteressen. Wir sehen dies auch als ein Ergebnis von Gentrifizierung und einer verfehlten Stadtpolitik, die sich eher nach den WĂŒnschen von Privatinvestor*innen richtet, als nach den BedĂŒrfnissen der Menschen, die in dieser Stadt leben.

All das kotzt uns an. Selbst halbwegs etablierte Bands und Musiker*innen in Potsdam mĂŒssen sich mittlerweile fragen, ob sie sich ihre KreativitĂ€t noch leisten können – wie schwierig ist es erst fĂŒr junge Musiker*innen, die noch ganz am Anfang stehen? Wer eine lebendige Stadt möchte, in der sich Kultur nicht nur auf Klassik, Theater und barocke Fassaden beschrĂ€nkt, der muss auch jungen Menschen ermöglichen, diese Kultur mit ihren Ideen und Impulsen zu bereichern.

Daher fordern wir als Brausehaus von den Verantwortlichen in Potsdam, sich fĂŒr langfristig gesicherte ProberĂ€ume an zentralen Stellen der Stadt einzusetzen, in ausreichender Menge und zu fairen Konditionen - nicht nur in unserem ureigenen Interesse, sondern auch aus SolidaritĂ€t mit allen Kreativen, die endlich einen festen Raum in dieser Stadt haben wollen – buchstĂ€blich.

Es grĂŒĂŸt,
das Brausehaus

Le Chaim!

Liebe Spartacus-Sympathisant_innen, GĂ€st_innen und Barbesucher_innen,

damit ihr diesen etwas lĂ€ngeren Text auch bis zum Ende durchlest, gibt es hier schon mal nen Spoiler: Sterni wird teurer und zwar um 50 Cent und Club Mate fliegt raus. Warum erklĂ€ren wir ausfĂŒhrlich mit diesem Text und spezifischer nochmal zum Ende hin

Herzlich willkommen zur Saison 2017/2018 im Spartacus. Wir haben die diesjĂ€hrige Sommerpause genutzt um KrĂ€fte zu sammeln und ein wenig an den sichtbaren und unsichtbaren Inhalten des Clubs zu schrauben, diese weiterzuentwickeln und umzudenken. Wir blicken auf einen ereignisreichen Sommer zurĂŒck und wollen kurz in eine zentrale VerĂ€nderung einleiten: unser GetrĂ€nkeangebot.
Wir haben uns in einem einjĂ€hrigen Prozess fĂŒr die Umstellung unseres GetrĂ€nkesortiments entschieden. Das Ergebnis werdet ihr ab sofort im Spartacus genießen können. Wir hoffen sehr, dass es euch schmeckt und dass dieser Text verstĂ€ndlich erklĂ€ren kann, warum hier und da um ‘nen Taler mehr fĂŒr den Drink gebeten wird.

Das Sortiment hat sich vor allem verĂ€ndert, weil wir bei der Vorbereitung einer "Verkostungskneipe" im Juli 2016 gemerkt haben, dass es mittlerweile viele GetrĂ€nke auf dem Markt gibt, die mehr als nur Flaschenware sein wollen. Und einige gehen weit darĂŒber hinaus sich nur als Produzenten von Zuckerwasser oder Alkoholika zu verstehen. Hier seien Soli Mate, Charitea oder auch Quartiermeister genannt. Wir haben auf unserer Suche viele spannende Menschen und Konzepte kennengelernt, deren Produkte wir gerne anbieten wollen.
Aus diesem Grund haben wir unser Sortiment genauer unter die Lupe genommen und ĂŒberlegt was fĂŒr Inhalte (Zutaten und Hersteller_innen) in unseren GetrĂ€nke stecken. Im Zusammenspiel mit aussagekrĂ€ftigen Ergebnissen durch die Verkostung haben wir eine Idee entworfen, die sich an drei Punkten orientiert:

  1. Wir wollen GetrĂ€nke von Kollektivbetrieben mit politischen, sozialen und kulturellen AnsprĂŒchen ins Sortiment aufnehmen und gegen alten, unpolitischen Bestand tauschen.
  2. Wir wollen das Preisniveau möglichst halten, aber auch kleine und neue GetrÀnkesorten aufnehmen können.
  3. Wir wollen fĂŒr alle was dabei haben.

Daraus ergeben sich viele kleine VerÀnderungen, die ihr auf der Karte findet - Preise, Sortiment, ja sogar die ganze Karte ist neu.

Auf zwei Sachen wollen wir aber noch genauer eingehen:

  • Warum kostet das Sterni jetzt plötzlich 1,50 Euro?
    Der Preis ist um 50 Cent angehoben worden, weil wir nur so den Einstieg von GetrĂ€nken wie Soli Mate möglich machen können ohne die Preisschraube bei genau diesen GetrĂ€nken zu weit nach oben drehen zu mĂŒssen. Hier gegenfinanzieren die StandardgetrĂ€nke (ohne besonderen background) die Produkte mit politischem Inhalt und Output, damit diese vertrĂ€glichen Preisen angeboten werden können.

  • Warum gibt es keine Club Mate mehr?
    Uns ist klar, dass der Club- und Nachtbetrieb komplett von Club Mate besetzt ist. FĂŒr uns macht es daher keinen Sinn "alibi-mĂ€ĂŸig" die großartige Soli-Mate ins Sortiment zu nehmen, damit sie im KĂŒhlschrank stehen bleibt und alle weiter Club Mate trinken - einfach aus Gewohnheit. Im Übrigen schmeckt uns Soli-Mate auch viel besser, sollte das Argument "Trinken fĂŒr den guten Zweck" noch nicht reichen.

Wir verstehen uns als politisch handelndes Kollektiv und sind uns bewusst, dass sich die uns umgebenden kapitalistischen ZustĂ€nde nicht wegkonsumieren lassen, wenn wir ein GetrĂ€nk gegen das andere tauschen. Wir verkaufen als Club GetrĂ€nke und Eintrittskarten um eine Struktur und einen Raum zu finanzieren und zu ermöglichen, der Inhalte transportiert und zum Aktiv-Werden anregt. Deswegen haben wir uns entschieden GetrĂ€nken und Kollektiven einen Platz zu geben, deren Agenda mehr umfasst als nur Brause oder Bier abzufĂŒllen.

Le Chaim!

Schriftliches Statement von "Bitte stehen lassen!" auf der Pressekonferenz am 16. Juli 2017

Wir können nicht viel mehr als dieses Statement euch mitzuteilen! Das war erst der Anfang!

Schriftliches Statement von "Bitte stehen lassen!" auf der Pressekonferenz am 16. Juli 2017:

"So wenig wie irgendwer sonst kann die Gruppe "Bitte stehen lassen!" fĂŒr alle Besetzer*innen der Fachhochschule sprechen. Wir möchten daher lediglich als ein Teil der Bewegung fĂŒr den Erhalt und die Weiternutzung des GebĂ€udes unsere EinschĂ€tzung von den Ereignissen des vergangenen Donnerstags geben.

Wir sind enttĂ€uscht vom kleingeistigen und freiheitsfeindlichen Umgang der sogenannten VerantwortungstrĂ€gerinnen - darunter die Leitung der Fachhochschule sowie der stellvertretende OB - mit der Besetzung des GebĂ€udes. Mit der RĂ€umung der FH wurde eine Chance verspielt, neue, kollektive Nutzungsformen öffentlicher RĂ€ume Wirklichkeit werden zu lassen. Von Sportgruppen ĂŒber Ausstellungen und Musikerinnen bis zu Lesekreisen und Kinderbetreuungsgruppen wurden bereits im Vorfeld der Besetzung dringende WĂŒnsche nach einer Erschließung der RĂ€umlichkeiten artikuliert. Die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln mit der direkten Befriedigung solcher BadĂŒrfnisse ohne Vermittlung durch Geld und Tausch wurde zerschlagen. Dieses Zerstörungswerk ist nicht nur ein Angriff auf die Menschen, die diesen Raum erhalten wollen, sondern auch auf die gesamte Gesellschaft und die progressiven Teile der Wissenschaft in Potsdam. FĂŒr wen tragen diese Amtsinhaber*innen eigentlich "Verantwortung"? Oder sollen wir besser fragen: FĂŒr wessen Geld und Interessen tragen sie Verantwortung?

Weiterhin sind wir erschĂŒttert von der RĂŒcksichtslosigkeit, mit der die Polizei gegen die Besetzerinnen und die UnterstĂŒtzerinnen vor dem GebĂ€ude vorgegangen ist. Zu keinem Zeitpunkt ging irgendeine Bedrohung von den Besetzerinnen aus und die Bereitschaft zur Kooperation mit den derzeitigen Nutzerinnen war in einem offenen Brief klar mitgeteilt worden. Dennoch wurden Besetzerinnen und Demonstrantinnen mit FaustschlĂ€gen, Stiefeltritten, Schmerzgriffen und Pfefferspray aus dem Weg gerĂ€umt. Nach der RĂ€umung wurden zahlreiche Besetzerinnen demĂŒtigenden Verfahren zur Durchsuchung ausgesetzt. Hier von Deeskalation zu sprechen ist schon deshalb völlig irrefĂŒhrend, weil es an jeglicher Eskalation vonseiten der Besetzerinnen gefehlt hat.

Sehr wundern mĂŒssen wir uns zudem ĂŒber zwei vielfach gefĂŒhrte Argumente. Einerseits das der Alternativlosigkeit: Angeblich hĂ€tte es keine Alternative zur RĂ€umung gegeben. Dabei war die FH-Leitung zu keinem Zeitpunkt dazu verpflichtet, Strafantrag zu stellen. Ob dieses Argument auf Verlogenheit oder mangelnder Vorstellungskraft fußt, es weckt jedenfalls kein Vertrauen in die getroffenen Entscheidungen. Andererseits ertönt das Argument, eine Besetzung sei in irgendeiner Weise undemokratisch. Waren es doch Direkte Aktionen von weit grĂ¶ĂŸerer RadikalitĂ€t, mit denen Wahlen und Parlamente erst erkĂ€mpft werden mussten. Es zeugt von besorgniserregender Ignoranz, wenn Parlamente und Rechtsstaat fĂŒr die einzigen Formen von Demokratie gehalten werden. Wir lehnen diese Vorstellung ab, da sie auf der Fiktion beruht, ganz unterschiedliche Anliegen und Betroffenheiten könnten durch das abstrakte Mittel des Stimmzettels abgebildet werden. So stehen sie bedĂŒrfnisgerechten Entscheidungen eher im Weg, wie das Beispiel der Fachhochschule eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wer inklusive BĂŒrgerbegehren ablehnt, hat nicht verstanden, was demokratisch bedeutet. Wer Menschen kriminalisiert, die diese Stadt aktiv im Sinne des Gemeinwohls gestalten wollen und die dafĂŒr auch bereit sind, ihr eigenes Wohlergehen auf’s Spiel zu setzen, der muss sich nicht wundern, wenn er eines Tages in einer Diktatur erwacht. Unser Ideal hingegen ist Gesetz und Freiheit ohne Gewalt.

Es bleibt uns zu sagen, dass die Besetzung, so schnell ihr am vergangenen Donnerstag ein Ende bereitet wurde, fĂŒr uns einen Anfang und kein Ende darstellt. Die große UnterstĂŒtzung vieler Menschen in Potsdam fĂŒr das Anliegen der Besetzer*innen ist schon am Donnerstag, aber auch in den letzten Tagen auf dem Protestcamp am Alten Markt immer wieder deutlich geworden. Wir haben keine Zweifel, dass sich diese UnterstĂŒtzung in den kommenden Monaten in allen erdenklichen Formen Bahn brechen wird. Wir sehen im Streit um die Fachhochschule einen Bestandteil des Kampfes fĂŒr ein schönes Leben fĂŒr alle. Und den geben wir nicht auf."

United we stand. Gedanken zu G20 und dem Umgang mit Repression.

United we stand. Gedanken zu G20 und dem Umgang mit Repression.

Der G20-Gipfel in Hamburg ist erst seit wenigen Wochen vorbei und die Ergebnisse lassen sich grob in zwei Aspekte aufteilen.

  1. Politische Ergebnisse
    Diese fallen eher mager aus. Trotz der freundlichen Einladung und Bewirtung durch Deutschland von Diktatoren, Autokraten und Nationalisten aus aller Welt konnten sich die teilnehmenden LĂ€ndern nicht darauf einigen Probleme anzugehen. Daran hindert sie offensichtlich die kapitalistische Konkurrenz. Das Konzert in der Elbphilharmonie hingegen war großartig, da lassen sich Kriege, Klimawandel, Wirtschafts- und Energiekrise, diese immer wieder eingeforderten „Menschenrechte" und tausende Menschen, die jĂ€hrlich im Mittelmeer ertrinken, doch schnell vergessen.
    Doch gab es noch einen anderen Punkt der uns an dieser Stelle wichtig ist.

  2. Politische Ergebnisse nach Innen
    Der Gipfel erschien uns als ein Warmlaufen gegen den Aufstand von Innen. KnĂŒppelnde Bullen, eingesetztes SEK, unzĂ€hlige Hausdurchsuchungen, Anquatschversuche, VS-Berichte, Demoverbote, Hetze gegen Aktivist_innen, Angriffe auf SchlafplĂ€tze, eingesetzte Zivilbullen und die mediale Aufbereitung des Ganzen sind wohl das wesentliche Ergebnis des G20. In Zeiten großer sozialer Verwerfungen scheint es fĂŒr die Repressionsorgane nötig zu sein, sich auf KĂ€mpfe gegen soziale Bewegungen in den StĂ€dten vorzubereiten. So hat es unseres Wissens bisher noch nie einen Einsatz von Spezialeinheiten gegen Demonstrant_innen oder alkoholisierte Jugendliche gegeben.

So weit, so schlimm. Der Einsatz der Cops ist damit sicherlich nicht zu Ende. Noch immer laufen Verfahren gegen Genoss_innen und auch die alltĂ€gliche Repression wird weiter anziehen: Der Feind steht fĂŒr den Staat links.
Daher halten wir es fĂŒr wichtig, nochmal auf einige grundlegende Verhaltensweisen und Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen:

  • keine GesprĂ€che ĂŒber Aktionen in der Kneipe oder sonstigen öffentlichen Orten
  • Bude aufrĂ€umen, Rechner und Telefon verschlĂŒsseln (notfalls Hilfe bei eurer örtlichen Kryptogang holen)
  • wie immer: keine Aussagen bei Polizei und Justiz
  • wehrt euch gegen Anquatschversuche vom VS und den Bullen, macht diese öffentlich
  • wendet euch bei Repression an die Rote Hilfe, euren Ermittlungsausschuss oder sonstige Antirepressionsgruppen
  • bei GesprĂ€chen ĂŒber sensible Dinge: Telefone verbannen!
  • wenn Leute neu in die Szene (oder in euer Hausprojekt) kommen, erkundigt euch nach ihnen: Wer kennt sie, was haben sie vorher gemacht?

Es geht hier nicht um Misstrauen, sondern um den Schutz eigener Strukturen. Ihr kennt sicherlich die FÀlle in Hamburg, wo jahrelang Zivibullen in unseren Strukturen unterwegs waren (Bei Fragen dazu wendet euch an eure Antirepressionsgruppen. Keine voreiligen VerdÀchtigungen!)

  • ĂŒberlegt, mit wem ihr was macht
    seid solidarisch mit Genoss_innen, die von Repression betroffen sind!

Eine erstarkende Rechte, staatliche Repression und ein Kapitalismus in der Krise mĂŒssen uns keine Angst machen wenn wir zusammen stehen. Bildet euch! Bildet Banden! Nichts und niemand ist vergessen

Und jährlich grüßt das "Feiertagsgesetz" …

Stellungnahme zum Feiertagsgesetz

Und jĂ€hrlich grĂŒĂŸt das "Feiertagsgesetz" 

 das verbietet "öffentliche Tanzveranstaltungen und Veranstaltungen in RĂ€umen mit Schankbetrieb, [
] am Karfreitag von 0 Uhr bis Karsamstag 4 Uhr" (FtG §6 Abs.1). Als BegrĂŒndung dafĂŒr wird oft die Verletzung religiöser GefĂŒhle oder Störung religiöser Riten genannt. Dabei ist sehr fraglich, inwieweit diese BegrĂŒndung in einem Bundesland mit 20% Prozent glĂ€ubiger Gesellschaft greift. Selbst in MĂŒnchen (Bayern) wird am kommenden Freitag eine offiziell genehmigte Veranstaltung unter dem Titel "Heidenspaß" stattfinden. Dieser Party voraus ging eine zehnjĂ€hrige gerichtliche Auseinandersetzung.

Tanzen ist eine Form der Selbstentfaltung, Musik birgt Freiheit. Und die Freiheit - sowohl die, gemeinsam zu feiern, als auch jene, sich zu religiösen Feiertagen zusammenzufinden - endet dort, wo sie die des GegenĂŒbers einschrĂ€nkt. Dass Religion weitaus öfter Menschenrechte verletzt als Musik, zeigen historische Beispiele wie KreuzzĂŒge und Inquisition, aber auch aktuelle wie Homophobie, die Aufrechterhaltung des Patriarchats oder auch (ganz profan) Tanzverbote. Hier sprechen wir erst einmal nur vom Christentum, da Karfreitag der Anlass fĂŒr das anstehende Tanzverbot in Brandenburg ist.
Im Gegensatz dazu ist das Spartacus ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher HintergrĂŒnde zusammenkommen und gemeinsam versuchen, eine alternative Kultur aufzubauen ohne Religion, ohne Diskriminierung und ohne Zwang. DafĂŒr mit einem kritischen Blick fĂŒr Ungerechtigkeit, mit Respekt und jeder Menge Freude am Tanzen!
Gegen diese Form der gelebten Utopie zeigt sich zu AnlĂ€ssen wie Karfreitag die Allianz von Kirche und Staat. Gerade in einer Stadt wie Potsdam, wo nur 18% der Bevölkerung Christ*innen (rechnerisch 30600) sind, sollen ĂŒber Hunderttausend Menschen deswegen schweigen. Zugleich werden 16.000 Menschen, die per Unterschrift ihren Widerstand gegen den Neuaufbau der Garnisonkirche erklĂ€ren, komplett ignoriert. Wie gut, dass wir in einem sĂ€kularen Staat leben 

Doch in die SchnĂŒrsenkel unserer Tanzschuhe kriegt niemensch ‘nen Knoten!
Das Spartacus lÀdt zum atheistischen Tanz in gewohnt reflektierter Gesellschaft. Am Donnerstag erkunden wir die Takte dieser Welt bei der zweiten Auflage der "Rhythm Section" und Freitag fordert die "I will dance" begleitet von "Anstand und Moral" und "Flexfitz" zur Auseinandersetzung mit den VerhÀltnissen.
FĂŒr alle, die sich auch ohne Gott ganz wohl fĂŒhlen

Stellungnahme Punkmare Before Xmas

Liebste Spartacus-Freund*innen & -Sympathisant*innen,

es ist schon ein paar Wochen her. Trotzdem ist es uns noch ein Anliegen, Folgendes loszuwerden:
Am Samstag, den 17.12.16, haben wir die Veranstaltung "Punkmare Before X-mas" frĂŒhzeitig abgebrochen. Wir möchten uns hier Ă€ußern zu den UmstĂ€nden und HintergrĂŒnden, welche uns zu dieser Entscheidung fĂŒhrten, und den Gedanken, die wir uns im Nachgang dazu machten.

Dabei richten wir uns in erster Linie an all die Menschen, die gern und regelmĂ€ĂŸig (oder auch erstmalig) bei uns ausgehen und die wir an jenem Abend um die After-Show-Party gebracht haben.

Mit einigen Einzelpersonen haben wir direkt nach Abbruch der Veranstaltung noch vor Ort gesprochen. Viele konnten unsere Entscheidung nachvollziehen. Jedoch haben wir sicherlich einige Menschen noch nicht erreicht. Aus diesem Grund sowie um Getratsche und GerĂŒchtekĂŒche entgegenzuwirken, schildern wir hier unsere Sicht der Ereignisse:

Auslöser des Konfliktes an jenem Konzertabend war die Tatsache, dass sich der SÀnger der Band "No Exit" wÀhrend des laufenden Konzertes mit provokanter Ansage in Richtung des Spartacus seiner Oberbekleidung entledigte. Er wurde im Vorfeld der Veranstaltung gebeten, das im Spartacus nicht zu tun.
Seitens der anwesenden Musiker sowie einiger ihrer Freund*innen wurde uns in diesem Zusammenhang vorgeworfen, Haarspalterei (oder wörtlich: "Szenespalterei") zu betreiben. Wir hĂ€tten uns schließlich um GrĂ¶ĂŸeres zu kĂŒmmern, als ein lĂ€ppisches T-Shirt.

Die GrĂ¶ĂŸe einer Sache liegt wohl in den Augen der Betrachter*innen und ihrer Bereitschaft anzuerkennen, dass die Diskussion ums T-Shirt unmittelbar mit dem Streiten fĂŒr die Utopie verknĂŒpft ist.

Warum also kein nackter Oberkörper?
Das Spartacus will als Ort und Kollektiv auch ein Schutzraum sein, in dem Formen von Diskriminierung, Übergriffigkeit und Trigger so gut wie möglich vermieden werden. SelbstverstĂ€ndlich ist uns klar, dass wir dabei nicht alle individuellen Befindlichkeiten und Situationen von vornherein berĂŒcksichtigen können, dafĂŒr sind wir Menschen zum GlĂŒck zu verschieden. Jedoch haben wir uns ĂŒber die Jahre anhand unserer Erfahrung und dem Austausch sowohl untereinander, als auch mit Besucher*innen, auf einen Grundkonsens geeinigt, welcher Formen von Nacktheit, ohne ausdrĂŒckliche Vor- und Nachbereitung durch den Club ausschließt.
So möchten wir Menschen, denen - oft aufgrund ihrer persönlichen Geschichte - durch die Konfrontation mit Nacktheit Unbehagen entsteht, die Chance geben, jederzeit an Veranstaltungen im Club teilzunehmen und sich dabei sicher zu fĂŒhlen.
Als Konsens gilt das gleichermaßen fĂŒr Menschen vor sowie auf der BĂŒhne.

Wir wollen hier nicht in eine Detailanalyse einsteigen. Jedoch wurde uns im Nachhinein seitens einiger GĂ€st*innen mitgeteilt, dass sich eine klarere Kommunikation ĂŒber den Ausgang des Abends vor Ort gewĂŒnscht wurde. In den Diskussionen am Abend selbst haben wir gegenĂŒber unmittelbar Beteiligten vielfach versucht, unsere Entscheidung fĂŒr den Party-Abbruch zu erklĂ€ren, sind dabei jedoch auf wenig VerstĂ€ndnis gestoßen. Deswegen wollen wir hier einiges noch einmal kurz darlegen.

Also warum nun gleich die ganze Party abbrechen?
Trotz kontinuierlicher Schlichtungsversuche im GesprĂ€ch gab es an dem Abend keine allgemein zufriedenstellende Lösung. Die Stimmung zwischen der Spartacus-Crew und den KĂŒnstler*innen gestaltete sich zusehends hitzig. Zugleich wurden fortwĂ€hrend Beschwerden ĂŒber weitere entkleidete Menschen im Club durch GĂ€st*innen an uns herangetragen.
Letztlich soll eine Abendveranstaltung im Spartacus allen Beteiligten einen Mehrwert an respektvollem Miteinander und WohlfĂŒhl-Charakter bringen. Dieser Konzertabend konnte das nicht. Die einzig logische Konsequenz fĂŒr uns war, die Veranstaltung nach den Konzerten vorzeitig abzubrechen.

Wir haben uns im Nachhinein bewusst entschieden, nicht in den z.T. wenig sachlichen Diskurs in den sozialen Medien zu diesem Abend einzusteigen, und stattdessen diese gebĂŒndelte Darstellung unserer Sicht gewĂ€hlt.

Last but not least: Unsere TĂŒren werden immer jenen Menschen offen stehen, die bereit sind, den Konsens des Ladens ĂŒber ein rĂŒcksichtsvolles und diskriminierungsfreies Feiern mitzutragen. Das Spartacus-Kollektiv ist keine geschlossene Gruppe. Es besteht immer die Möglichkeit, ein Teil davon zu werden und den Club mitzugestalten. Auch alle, die mit uns in einen konstruktiven Diskurs ĂŒber Haltungen und Handlungen gehen möchten, sind dazu stets eingeladen.
Wir können jedoch nicht all unsere GrundsĂ€tze bei jeder Veranstaltung neu diskutieren und definieren - das tun wir lieber tagsĂŒber (und nĂŒchtern).

FĂŒr weitere Kommunikation stehen wir selbstverstĂ€ndlich offen, allerdings nicht auf Facebook.
Also schreibt uns einfach an buero@spartacus-potsdam.de

In diesem Sinne
 Stay aware and rave it safe!

Weitere Infos auch unter: