Stellungnahme des Spartacus e.V. zum Feiertagsgesetz - In die Schnürsenkel unserer Tanzschuhe kriegt niemensch ‘nen Knoten!

Stellungnahme des Spartacus e.V. zum Feiertagsgesetz - In die Schnürsenkel unserer Tanzschuhe kriegt niemensch ‘nen Knoten! Das Brandenburger Feiertagsgesetz verbietet "öffentliche Tanzveranstaltungen und Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb, […] am Karfreitag von 0 Uhr bis Karsamstag 4 Uhr" (FtG § 6 Abs. 2). Als Begründung dafür wird oft die Verletzung religiöser Gefühle oder Störung religiöser Riten genannt. Dies ist zum einen fraglich, weil Brandenburgs Bevölkerung zu 80 Prozent nicht religiös ist, zum anderen weil Veranstaltungsstätten ohnehin klare Anforderungen, z.B. bezogen auf den Lärmschutz, erfüllen müssen, um andere Menschen und die Umwelt nicht zu beeinflussen oder zu schädigen. Sprich: Welche religiösen Gefühle können bitte verletzt werden, wenn – wie im Fall des Spartacus – in einem schallisolierten Gebäude ohne Fenster, das abseits der Straße liegt, Musik gespielt und dazu getanzt wird? Tanzen ist eine Form der Lebensfreude und Selbstentfaltung, Musik birgt Freiheit. Und Freiheit - sowohl die, gemeinsam zu feiern, als auch jene, sich zu religiösen Feiertagen zusammenzufinden - endet dort, wo sie die des Gegenübers einschränkt. Dass wir im Jahr 2019 immer noch darüber reden müssen, ob Leute tanzen dürfen oder nicht, zeigt erneut das Problem mangelnder Trennung von Kirche und Staat. Deutschland soll ein säkularer Staat sein und trotzdem werden in Brandenburg Strafen in Aussicht gestellt, wenn wir am Karfreitag tanzen möchten. Das Christentum diktiert in Gesetze gegossen die Regeln des Zusammenlebens. Das ist weder zeitgemäß noch verhältnismäßig. –> Wir fordern die Abschaffung von § 6 des Brandenburger Feiertagsgesetzes, denn Staat und Kirche gehören getrennt! –> Wir fordern eine Änderung der Feiertage in Brandenburg und die Ablösung der religösen Feiertage! –> Gern helfen wir mit Vorschlägen für die neun neuen Feiertage. Da blinder Gehorsam und die Unterordnung unter sinnentleerte Gesetze noch nie zu etwas Gutem geführt haben, lädt das Spartacus zum atheistischen Tanz in gewohnt reflektierter Gesellschaft. Am Karfreitag fordert die Veranstaltung "I will dance" zur Auseinandersetzung mit den Verhältnissen auf.